Marc Boeker
Cloud Backup

Warum eine externe Festplatte kein vollwertiges Backup ist

Warum eine externe Festplatte kein vollwertiges Backup ist

Bis vor einiger Zeit war ich totaler Backup Muffel. Ist doch alles auf meiner Festplatte drauf und die geht schon nicht kaputt. Dann kamen irgendwann SSDs, die noch mal deutlich seltener ausfallen, als normale Festplatten. Ich war also fest davon überzeugt, das passt alles. Außerdem hatte ich ja mehre externe Festplatten als Backup. Alles sicher? Pustekuchen!

Um eines vorweg zu nehmen, das Problem bei externen Festplatten sitzt meist vor dem Computer und heißt „User“ und macht den gravierenden Fehler. Fangen wir aber mal der Reihe an.

Wie aktuell ist mein Backup?

Mal Hand aufs Herz. Wie oft stöpselst du deine externe Festplatte an und machst eine Datensicherung? Einmal pro Tag, einmal pro Woche oder doch nur einmal im Monat? Wenn du es einmal pro Woche schaffst, dann gehörst du schon zu den wirklich Disziplinierten.

Der normale Computer Nutzer macht das sehr unregelmäßig. Im Schnitt 2 Mal im Quartal. Wo ist also das Problem? Du hast auf der externen Festplatte einen alten Datenstand. Wenn du sowieso nur zu Weihnachten einen Weihnachtsrundbrief bastelst, dann sind zwei Backups im Quartal mehr als ausreichend.

Aber wir machen ja heutzutage deutlich mehr an unserem PC. Und wenn es nur das Sichern von Fotos und Videos ist. Je länger also der Abstand zwischen dem Anstöpseln der externen Festplatte ist, desto inaktueller ist deine Datensicherung. Soweit eigentlich keine neue Erkenntnis.

Aber stellen wir uns mal den Fall vor, dass du ausversehen ein Foto gelöscht oder überschrieben hast. Wenn du das nicht mitbekommen hast, dann wird bei der nächsten Datensicherung, je nach verwendetem Backupprogramm, das Bild auch von der externen Festplatte gelöscht. Und du hast davon keinen blassen Schimmer. Erst wenn du das Bild wieder brauchst, stellst du fest, „huch“ da fehlt was. Oder: „Komisch, wieso steht in der Word Datei auf einmal was Anderes? Habe ich die dummerweise überschrieben?“

Verwendest Du Backupprogramme, die regelmäßig laufen und lässt du deine externe Festplatte ständig angesteckt, dann ist das Risiko eines Datenverlustes natürlich geringer. Aber dann sollte man wirklich auch nicht vergessen, die Festplatte anzustecken und regelmäßig auch mal prüfen, ob das Backup wie Time Machine und Co. auch sauber funktioniert hat.

Wie sicher ist eine externe Festplatte?

Früher habe ich externe Festplatten jedes Jahr getauscht, weil diese kaputtgegangen sind. Entweder weil ich mit ihnen nicht sonderlich liebevoll umgegangen bin oder weil die Qualität nicht wirklich hochwertig war. Stichwort Headcrash durch Erschütterungen.

Dies hat sich zum Glück deutlich verbessert. Externe Festplatten, je nach Hersteller, sind heute deutlich robuster und langlebiger. Und wenn man sogar eine externe SSD sein Eigen nennen darf, sind technische Mängel eher sehr selten.

Viel häufiger tritt da das Problem auf, dass einzelne Sektoren auf der externen Festplatte nicht mehr lesbar sind, das Filesystem also korrupt ist. Hier hat man mit den Repair-Tools der Betriebssystemhersteller eine ca. 50% Chance, die Festplatte wieder zu reparieren.

Oder der Klassiker, der mir schon passiert ist: Ich habe die externe Festplatte auf einer Konferenz genutzt, sie abgesteckt, auf den Tisch gelegt und bin dann zum Mittagessen gehastet, als das Buffet eröffnet wurde. Die Festplatte war natürlich danach nicht mehr da. Menschliches Versagen oder persönliches Pech würde der schadenfrohe Mensch sagen.

Vielleicht hat aber auch der ein oder andere Langfinger Interesse an der Laptoptasche die man am Bahnhof lässig neben sich auf der Sitzbank abgelegt hat, während man mit dem Handy surft. Da müssen schon viele Faktoren aufeinandertreffen, damit eine externe Festplatte abhandenkommt, aber wenn wir schon mal den Teufel an die Wand malen, soll er wenigstens auch in voller Pracht erstrahlen.

Man sieht, hier ist der User eher für den Datenverlust verantwortlich als dass ein Hardwareschaden auftritt. Ich spreche da aus leidiger Erfahrung.

Warum die externe Festplatte trotzdem wichtig ist!

Jetzt habe ich viele und zugegebenermaßen hoffentlich selten eintretende Szenarien vorgestellt, wieso eine externe Festplatte nicht der beste Ort für das primäre Backup ist. Aber trotzdem sind Backups auf externen Festplatten wichtig.

Wie in vielen anderen Posts schon beschrieben, sollte man seine Daten immer an 3 Orten aufbewahren:

  1. Auf der Computerfestplatte (aktuellste Version)
  2. In einem Cloud Backup (leichte Zeitverzögerung, aber trotzdem noch aktuell)
  3. Auf einer externen Festplatte (nicht wirklich aktuell, dafür aber jederzeit zugreifbar)

Das Cloud Backup sollte dabei als erste Datensicherungsquelle dienen. Denn hier werden regelmäßig und automatisch neue Dateien und überarbeitete Dateien gesichert. Durch eine Versionierung, sind auch alte Dateistände jederzeit wiederherstellbar.

Die externe Festplatte kann das Cloud Backup nicht ersetzen, aber ergänzen. Denn wenn ich eine große Datei möglichst schnell wiederherstellen muss, dann ist wahrscheinlich meine Internetverbindung der limitierende Faktor beim Cloud Backup. Hier kann dann die Festplatte bei der Wiederherstellung aushelfen (falls die Datei dort vorhanden ist).

Ist man auf Reisen und möchte schnell mal ein paar GB Fotos sichern, dann wird man wahrscheinlich mit den oft dürftigen WLAN Verbindungen im Hotel nicht sofort ein Cloud Backup durchführen können. Daher kann hier das Quick & Dirty Backup auf die externe Festplatte nützlich sein. Dieses kann man dann zuhause in Ruhe ins Cloud Backup überführen.

Foto von Patrick Lindenberg auf Unsplash

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