Marc Boeker
Cloud Backup

So vergleicht man Cloud Backup Anbieter

So vergleicht man Cloud Backup Anbieter

Wenn man einen Mitarbeiter eines Anzughemdenherstellers fragt, wer die besten Hemden näht, dann wird man wahrscheinlich seine Firma als Antwort hören. In folgendem Artikel möchte ich möglichst Objektiv beschreiben, woran man einen guten Cloud Backup Anbieter erkennt und worauf man achten sollte. Ich habe damals viele Anbieter ausprobiert und war nicht wirklich zufrieden damit. So ist dann auch WeLoveBackups entstanden.

Transparenzhinweis: Als Anbieter eines eigenen Cloud Backup Services ist man natürlich nie komplett objektiv. Daher ist wichtig, dass du dir die verschiedenen Anbieter im Detail selbst anschaust und auch ausprobierst. Ich nenne hier bewusst keine Namen der Anbieter, weil es nicht darum geht, den einen oder anderen Anbieter schlecht zu reden.

Einfachheit, Automatisierung

Ein Backup sollte automatisch und kontinuierlich im Hintergrund erfolgen. Denn sobald ich mich selbst darum kümmern muss, kann es sein, dass ich es vergesse oder nach hinten schiebe, weil ich gerade etwas Wichtigeres zu tun habe. Ich kann mich noch erinnern, als ich damals Server betreut habe. Da hieß es, dass man Freitag vor dem Feierabend die Bandsicherung anschmeißen soll, damit diese über das Wochenende durchlaufen kann. Heutzutage können wir aber ohne Probleme inkrementelle Backups machen. Sprich es werden nur die Dateien gesichert, die sich tatsächlich geändert haben. Dadurch gibt es keine festen Backup Intervalle mehr, sondern man kann beim Ändern oder Erstellen von Dateien, diese direkt zeitnah sichern.

Arbeitet man mit großen Dateien und verändert diese regelmäßig, ist es wichtig, dass das Backup Programm nicht jedes Mal die komplette Datei hochläd, sondern nur den geänderten Bereich innerhalb der Datei. Dazu wird die Datei vorher in virtuelle Bereiche (sog. Chunks) aufgeteilt und bei einer Änderung wird verglichen, welcher dieser Bereiche sich geändert hat. Anschließend wird dieser dann komprimiert und erneut hochgeladen. Eine neue Dateiversion wird dadurch angelegt.

Zuverlässigkeit

Eigentlich ist das Thema Zuverlässigkeit selbstverständlich, wenn man von Backups spricht. Denn warum sollte ich ein Backup machen, wenn ich davon ausgehen muss, dass es unzuverlässig ist?

Allerdings ist kein System auf dieser Welt 100% zuverlässig. Daher ist es wichtig, genau hinzuschauen und gegebenenfalls weitere Absicherungen zu treffen. Das hört sich jetzt nach Panikmache an, aber im Prinzip ist es ganz einfach.

Wirklich wichtige Daten gehören auf drei verschiedenen Medien gesichert:

  1. Auf meinem Computer
  2. In einem externen Cloud Backup in einem sicheren Rechenzentrum
  3. Auf einer externen Festplatte/USB Stick

Fallen zwei der Medien aus, habe ich immer noch einen Ersatz. Und das geht schneller als gedacht. Denn wenn die Laptop Tasche, in der auch meine externe Festplatte drin war (ungeschickt, aber manchmal unvermeidbar), geklaut wird, dann habe ich immer noch das Cloud Backup.

Oder verliere ich Daten auf meinem Computer und das Cloud Backup ist auf Grund einer Störung nicht erreichbar, dann kann ich mir mit einer externen Festplatte aushelfen.

Natürlich wird man auf der externen Festplatte nicht den identischen Datenbestand haben, wie im Cloud Backup oder auf dem Computer. Aber oft reicht auch erstmal eine ältere Dateiversion, mit der man zumindest weiterarbeiten kann. Und wenn das Cloud Backup dann wieder erreichbar ist, kann man die aktuellste Version wiederherstellen.

Bei meiner Recherche habe ich in einem Forum über einen bekannten Cloud Backup Anbieter gelesen (und es wurde vom Anbieter anschließend selbst bestätigt), dass dieser öfters Dateien verliert/umzieht und dann das auf dem Computer des Kunden installierte Backup-Programm fragt, ob dieses die Dateien wieder hochladen könne. Das sollte natürlich nicht passieren, denn in der Zwischenzeit hätte die Datei ja auch auf dem Kunden-Computer verschwinden können.

Speicherplatz/Cloud Storage

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der angebotene Speicherplatz. Es gibt Anbieter, die werben mit unbeschränktem Speicherplatz. Das klingt natürlich erstmal gut. Auf der anderen Seite sollte man sich fragen, wie der Anbieter das finanziell abwickelt. Denn wenn ich beliebig viel hochladen kann, wird sich das irgendwann für ihn nicht mehr rechnen.

Daher gibt es hier meist Stolpersteine, die man auf den ersten Blick nicht sieht. Ein Anbieter zum Beispiel bietet unbegrenzten Speicherplatz an. Er erlaubt auch das Backupen externer Festplatten. Allerdings müssen diese mindestens alle 30 Tage angesteckt werden, denn sonst löscht der Anbieter die gesicherten Daten der externen Festplatte bei sich, um Platz zu sparen. Das geht natürlich nicht.

Oder man ist mit seinem Laptop auf Reisen und macht länger kein Backup. Dann fängt der Anbieter an, Dateien zu löschen, weil er davon ausgeht, dass diese nicht mehr gebraucht werden.

Auch gängig ist, dass gelöschte Dateien meist nur 30 Tage aufbewahrt werden. Danach werden sie beim Anbieter ebenfalls gelöscht. Fällt mir aber erst nach zwei Monaten ein, dass ich eine bestimmte Datei verloren habe, ist es schon zu spät.

Daher war für mich damals klar, dass wenn ich ein Backup mache, ich auch die Kontrolle über das Löschen von Dateien haben möchte. Bei WeLoveBackups kann man daher einstellen, ob überhaupt und wenn ja nach welcher Zeit Dateien gelöscht werden, die ich zuvor auf meinem Computer gelöscht habe.

Auch kann ich einstellen, wie viele Versionen einer Datei ich aufbewahren möchte. Hier kann man zwischen 1 – 10.000 Versionen auswählen. Außerdem können bei WeLoveBackups beliebig viele externe Festplatten und Netzlaufwerke gesichert werden. Ist eine externe Festplatte nicht angesteckt oder ist ein Netzlaufwerk nicht erreichbar, löscht WeLoveBackups die Dateien nicht, weil es denkt, die Dateien seien nicht mehr verfügbar. Denn bei WeLoveBackups bezahlt man für ein festes Speicherplatzkontingent. Daher kann man auch so viele Dateien aufbewahren, wie man möchte.

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Sicherheit

Das Thema Sicherheit wird gerne kontrovers diskutiert. Die einen sagen: „Mir doch egal, ob jemand sieht, was für Urlaubsfotos ich gemacht habe, ich habe ja auch nichts zu verbergen.“ Die anderen sehen das kritischer und sind der Meinung, dass es keinen etwas angeht, welche Dateien ich auf meinem Computer habe.

Ich gehöre zur letzteren Gruppe, daher ist mir das Thema Sicherheit auch so wichtig. Der Cloud Backup Anbieter sollte daher die Dateien auf jeden Fall verschlüsseln. Und zwar nicht erst bei sich, sondern schon auf dem Rechner des Kunden. Denn dadurch hat der Anbieter keinerlei Kenntnis über den Dateiinhalt.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Verschlüsselung der Metadaten. Metadaten sind z. B. der Dateiname, der Ordner in dem die Datei gespeichert wurde und das Erstellungsdatum. Wenn ich nun ein Word Dokument habe, dass „Geheimvertrag Merkel und Putin.docx“ heißt, den Dateiinhalt aber nicht einsehen kann, weil dieser verschlüsselt ist, kann ich mit dem Dateinamen schon gewisse Rückschlüsse ziehen. Ja, das war jetzt ein sehr konstruiertes Beispiel, aber es ging mir um den Sinn. Daher sollten die Metadaten unbedingt verschlüsselt werden.

Hier schlampern aber einige Anbieter, weil das die Entwicklung extrem verkompliziert. Ein Anbieter zum Beispiel verschlüsselt die Dateiinhalte, speichert aber die Metadaten unverschlüsselt ab. Das kann man daran erkennen, dass man ohne Eingabe seines Verschlüsselungspassworts die gesicherten Dateinamen und Ordner beim Anbieter einsehen kann.

Auch sollte man darauf achten, dass man ein extra Verschlüsselungspasswort festlegen kann, dass für den Anbieter nicht einsehbar ist. Dieses Passwort sollte auch nie auf der Webseite des Anbieters eingegeben werden müssen, denn dann hat der Anbieter sofort Zugriff auf meine Dateien.

Bei WeLoveBackups verlässt das Verschlüsselungspasswort des Kunden nie seinen Rechner. Wir übertragen und speichern dieses niemals auf unseren Servern. Daher ist es wichtig, dass das Passwort irgendwo sicher hinterlegt wird, sodass man im Falle eines Vergessens wieder darankommt. Denn sonst sind die Daten nicht mehr entschlüsselbar.

Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter. Das Passwort, um den Account zu schützen, wird ebenfalls nicht im Klartext an uns übertragen, sondern wir leiten aus dem eingegeben Passwort einen Schlüssel ab (via scrypt), den wir an unseren Server übertragen. Somit kennen wir nicht mal ihr Account Passwort im Klartext.

Das klingt jetzt alles sehr technisch und kompliziert. Aber genau das wollten wir mit WeLoveBackups anders machen. Sichere Backups sollen ganz einfach sein. Man muss keinen Kompromiss mehr zwischen Sicherheit und Einfachheit machen.

Wiederherstellung

Bei der Wiederherstellung gibt es zwei wichtige Punkte:

  1. Sofortige Wiederherstellung ohne Wartezeit.
  2. Keine Entschlüsselung der Daten auf dem Server des Cloud Backup Anbieters.

Was verbirgt sich hinter einer sofortigen Wiederherstellung ohne Wartezeit? Ganz einfach, wenn ich eine Datei oder einen Ordner wiederherstellen möchte, dann sollte die Wiederherstellung sofort startbar sein. Manche Anbieter lassen einen die zu wiederherstellenden Dateien auswählen und fangen dann an, ein ZIP Archiv daraus zu erstellen. Erst wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, kann man die Daten dann herunterladen. Und das kann je nach Auslastung des Anbieters einige Zeit dauern. Möchte ich aber jetzt nur eine kleine Datenmenge wiederherstellen, sollte ich nicht warten müssen, sondern den Download der Dateien sofort starten können.

Der zweite Punkt ist noch viel wichtiger. Hier geht es darum, dass es Anbieter gibt, die die Eingabe des Verschlüsselungspassworts auf der Webseite des Anbieters erfordern, um die Dateien bei sich auf den Servern zu entschlüsseln und um daraus ein ZIP Archiv zu machen. Genau in diesem Moment haben der Anbieter und alle anderen Zugriff auf den unverschlüsselten Inhalt meiner Dateien. Und genau in diesem Moment ist auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgehebelt worden.

Der richtige Weg ist daher, die verschlüsselte Datei auf den Computer herunterzuladen und erst dort zu entschlüsseln. Dann verlässt nämlich das Passwort nicht den eigenen Computer.

Kosten Und Vertragslaufzeit

Die Kosten sind immer ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des Cloud Backup Anbieters. Denn hier gibt es große Unterschiede. Oft, und diesen Fehler habe ich auch schon gemacht, nimmt man den Anbieter, der am günstigsten ist und am meisten Speicherplatz bietet. Aber es wird, wie oben schon beschrieben, einen Grund geben, wieso dieser Anbieter z. B. unbegrenzten Speicherplatz anbieten kann. Daher muss man darauf schauen, was der Anbieter nach welcher Zeit ungefragt löscht.

Auch gibt es Anbieter, die haben exorbitant hohe Preise und bewerben ihr Produkt als Enterprise oder Premium Backup. Aber nur weil etwas deutlich mehr kostet, muss es noch lange nicht besser sein. Wichtig ist, ob der Anbieter klar und verständlich beschreibt, wie er die Daten speichert, wie sie verschlüsselt sind und wo die Daten gespeichert werden. Vielleicht kann man auch einfach mal mit dem Anbieter Kontakt aufnehmen um ein Gefühl dafür zu kriegen, wie der Support ist. Fühle ich mich hier nicht wohl, macht es auch keinen Sinn, dem Anbieter mein Vertrauen zu schenken.

Es ist keine neue Erkenntnis, aber oft ist der Mittelweg der beste Kompromiss aus Leistung und Preis. Hier geht es ja nicht um irgendwelche Funvideos, die man sichern möchte, sondern um die eigenen Dateien, die ja einen gewissen finanziellen und persönlichen Wert haben.

Gerade wenn man einen Cloud Backup Anbieter aussuchen möchte, lohnt es sich zu vergleichen und einfach mal jeden Anbieter mit ein paar unkritischen Testdateien auszuprobieren. Viele bieten eine kostenlose Testphase an.

Habe ich einen Anbieter gefunden, der zu mir passt und dem ich meine Dateien anvertrauen möchte, dann gilt es noch zu entscheiden, wie lange ich mich an den Anbieter binden möchte. Viele Anbieter bieten Monatspakete an. Ist man sich sicher, dass man dem Anbieter vertraut, kann man meist auch ein Jahr im Voraus zahlen und bekommt dafür einen Rabatt.

Ich würde empfehlen, den Anbieter drei Monate so zu testen und wenn ich überzeugt bin, auf ein Jahrespaket zu wechseln. Denn ein Backup ist immer eine langfristige Sache, da lohnt es sich, wenn man dann noch etwas sparen kann.

Bei WeLoveBackups bieten wir Monats- und Jahrespakete an. Entscheidet man sich für ein Jahr, zahlt man nur 10 anstatt 12 Monate.

Support

Das beste Backup ist das, bei dem man keinen Support braucht. Manchmal ist es aber so, dass irgendetwas nicht funktioniert oder man auf Anhieb nicht weiß, wie etwas einzustellen ist. Daher sollte der Support einfach erreichbar sein und schnell antworten.

Bei ausländischen Cloud Backup Anbietern muss man immer noch die Zeitverschiebung mit einrechnen. Es kann daher sein, dass ich nicht sofort eine Antwort bekomme, sondern erst am nächsten Tag. Meist findet die Kommunikation in Englisch statt.

Wir haben bei WeLoveBackups die Einstellung, dass ein Kundenproblem auch unser Problem ist. Daher geben wir keine 0815 Standardantworten, wie man sie oft von großen Telefonanschlussanbietern kennt. Fragen wie „Haben Sie den Netzstecker in das Gerät gesteckt?“ oder „Sind Sie sicher, dass Ihr Computer eingeschaltet ist?“ nerven uns selber, daher werden wir auch sowas nicht fragen. Auch Antworten wie „Wir melden uns dann bei Ihnen.“ - und man hört dann nie wieder etwas von dem Supportmitarbeiter – werden wir nicht schreiben. Können wir ein Problem nicht lösen, bekommst du dein Geld zurück. Denn was haben wir von einem unglücklichen Kunden, den wir mit Verträgen an uns binden?

Foto von Mikes Photos auf Pexels.com

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